So schreiben Sie Text für den Bildschirm

Klotzen statt Kleckern

Nur 20 Prozent der Wörter kommen beim Leser an. Erfahren Sie hier, welche Regeln bei Text für den Bildschirm gelten!

Klar, knapp, strukturiert: Text für den Bildschirm muss schnell auf den Punkt kommen, damit ihn der Leser aufnimmt. Lesen auf der Screen ist mühsamer als auf Papier. Deshalb müssen Texte fürs Internet bestimmten Regeln folgen. Außerdem gilt folgendes Zitat des bekannten Journalisten Joseph Pulitzer:

„Was immer Du schreibst – schreibe kurz, und sie werden es lesen, schreibe klar, und sie werden es verstehen, schreibe bildhaft, und sie werden es im Gedächtnis behalten.“

Überschrift und Teaser

Die meisten Leser im Internet überfliegen die Texte. Meist kommen nur 20 Prozent der Wörter bei einem Online-Artikel wirklich an. Deshalb sind die Überschrift und der Teaser so wichtig. Die Überschrift sollte genau ausdrücken, worum es geht. Reißerische Überschriften locken Leser an. Sie enttäuschen aber, wenn Sie das Versprechen nicht halten. Der Teaser kann einen Überblick über den Text geben und sollte zum Weiterlesen animieren.

Kurze Sätze

Sätze wie Pfeile prägen sich ein. Drei-Wörter-Sätze treffen ins Schwarze. Der Kaffee duftet. Ich liebe es. Lachen ist gesund: Das erreicht Ihren Leser. Als Faustregel gilt: höchstens 15 Wörter pro Satz. Allerdings wirken nur Hauptsätze abgehackt. Die richtige Mischung von Haupt- und Nebensätzen sorgt dafür, dass Leser bei der Stange bleiben. Subjekt und Prädikat stehen idealerweise nah beieinander. Das Wichtigste in einem Satz gehört an den Anfang, da die Aufmerksamkeit gegen Satzende nachlässt. Doppelpunkte und Verbindungsstrich: Sie helfen, einen Satz zu strukturieren und beleben den Text.

Struktur erleichtert Lesen

Eine Satzwüste auf dem Bildschirm stößt ab. Texte fürs Internet gewinnen durch optische Struktur. Neben Zwischenüberschriften bieten sich folgende Stilmittel an:

  • Aufzählungen mit Nummern oder Stichpunkten
  • Absätze
  • Zitate
  • Fett- und Kursivschrift
  • Textboxen

Leser direkt ansprechen

In den Printmedien verpönt, im Internet ein Muss: Sprechen Sie Ihren Leser direkt an. Das weicht die unpersönliche Atmosphäre auf und verbindet Sie als Mensch. Wer am Bildschirm sitzt, fühlt sich oft allein. Die direkte Anrede überbrückt die Distanz. Als Autor dürfen Sie ruhig durchblicken lassen, dass eine Person diese Wörter tippt. Übrigens: Vielen Dank für Ihr Interesse, falls Sie diese Worte lesen.

Aktiv statt Passiv

Aktive Verben schaffen Bilder im Kopf. Rasen, anfeuern, kaufen ist besser als schnell unterwegs sein, es wird applaudiert, sich aneignen. Auch substantivierte Verben hemmen den Lesefluss. Sie erkennen Sie an den Endungen –heit, -keit und –ung.

Füllwörter vermeiden

 

Konzentrieren Sie sich auf Ihre Aussage. Werfen Sie Füllwörter wie eigentlich, grundsätzlich und gewissermaßen als Ballast ab. In der Kürze liegt die Würze: Das trifft auf Sätze und Wörter zu. Ziel ist besser als Zielsetzung, ebenso Aufgabe statt Aufgabenstellung.

Anglizismen und Fachausdrücke übergehen

Englische Ausdrücke peppen einen Satz nur auf, wenn Ihre Zielgruppe extrem jung ist. Anglizismen und Fachausdrücke blähen einen Text auf und machen ihn schwer zu lesen. Das gilt auch für Abkürzungen, wenn Sie nicht zur Alltagssprache gehören. Sie können sie erklären und anschließend verwenden – falls sie in Ihrem Text Sinn machen.

Text laut durchlesen

Verbessern ist die halbe Miete. Jeder professionelle Autor überarbeitet seine Texte meist mehrmals. Dabei zählt zeitlicher Abstand: Lassen Sie Ihren Text ein paar Stunden oder einen Tag lang ruhen. Anschließend fallen Ihnen schräge Formulierungen eher auf. Laut durchlesen hilft, unschöne Passagen zu erkennen.

Alles in Maßen

Es geht immer auch alles anders. Regeln sind dazu da, gebrochen zu werden. Klares Schreiben verlangt Disziplin, erlaubt aber eigenen Stil. Ihre Persönlichkeit darf und soll sich im Umgang mit der Sprache ausdrücken. Vertrauen Sie auf Ihr eigenes Urteil und stehen Sie zu Ihrem Text – natürlich nur, wenn er ihnen gefällt.

Schreiben fällt Ihnen schwer? Ich schreibe seit Jahrzehnten und unterstütze Sie gerne.

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